Klara Wolfeiler Kahn

geboren: 16.06.1871
gestorben: 25.12.1942
letzte Adresse: Bahnhofstraße 12
Deportiert nach Theresienstadt, ermordet

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Klara Wolfeiler wurde am 16.06.1871 als Klara Kahn in Wöllstein als Tochter des Ehepaars Markus und Sara Kahn geboren.
Klara war mit Bernhard Wolfeiler verheiratet. 1910 kam die Familie aus den USA nach Rüsselsheim in die Bahnhofstraße 12 und betrieb dort ein Schuhgeschäft. Nachdem Klaras Mann 1924 gestorben war, leitete der Sohn Robert das Geschäft weiter.
Als die Familie Deutschland verließ, blieb Klara zurück. Was sie dazu bewegte in Deutschland zurückzubleiben, ist nicht bekannt. Sie lebte bis 1939 weiter in Rüsselsheim in der Bahnhofstraße 12, bis sie auf Druck der Behörden ihr Haus verlassen musste. Klara musste nach Mainz umziehen und wurde dort in einem „Judenhaus“ untergebracht. In Judenhäusern wurden Juden, meist unter schlechten Lebensbedingungen, zwangseinquartiert, um die Deportationen vorzubereiten.
Für den erzwungenen Hausverkauf des Grundstücks in der Bahnhofstraße 12 erhielt Klara etwa 18.000 RM. Hiervon blieb ihr nicht einmal die Hälfte, denn einen Teil musste sie als „Judenvermögensabgabe“, eine ausbeuterische Sondersteuer für Juden, an die Behörden abtreten. Vom zuständigen Notar bekam sie schließlich nur 8.000 RM ausgezahlt. Von diesem Geld musste sie leben.
Was sie 1942 noch übrig hatte wurde ihr von den Behörden ebenfalls abgenommen. Klara Wolfeiler wurde in das Konzentrationslager Theresienstadt verschleppt. Hierfür musste sie den sogenannten Heimeinkauf bezahlen. Diese Abgabe sollte alten jüdischen Menschen die Finanzierung von Pflegeleistungen in Theresienstadt ermöglichen. Jedoch wurde den Menschen im KZ Theresienstadt keinerlei Pflege zuteil. Klara starb in diesem Konzentrationslager am 25.12.1942.

 
     
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