Albert Steube

geboren: 16.10.1905
gestorben: 13.12.1944
letzte Adresse: Hügel Strasse 9
politisch verfolgt, Zuchthaus, Strafbatallion, 1944 verstorben durch Haftfolgen

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Albert Steube, Langenweddingen, Kreis Wanzleben
Beruf Bauarbeiter
Familienstand verheiratet mit Josefa Kempa, ein Sohn Walter Otto Steube, eine Tochter Anni
Aktives Mitglied der illegalen KPD-Ortsgruppe
Arbeitete bis zu seiner Entlassung bei der Baufirma Riedinger als Bauarbeiter.
Ungeachtet seiner finanziellen und familiären Lage nimmt er ab 1934 mit Alwin,Heizenroeder, Heinrich Tiemann, Anton Windmeiser und Heinrich Schmitt die illegale Arbeit auf Ortsebene wieder auf. Nach den konspirativen Regeln für illegale Arbeit organisieren sie sich in Dreier bzw. Fünfer-Zellen, verbunden jeweils nur über einen Kontaktmann. Die Gruppe verbreitet Schriften und Flugblätter, die über die Verbrechen der Nazis aufklären, teilweise in Absprache mit anderen Orten wie Groß-Gerau.Die Rüsselsheimer Widerständler organisieren Unterstützung für die Familien der Verhafteten und sammeln Mitgliedsbeiträge. Im Februar und März 1935 wird die gesamte Gruppe verhaftet und wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ vor dem OLG Darmstadt angeklagt.
10.03.35 Festnahme durch die Gestapo, Verurteilung wegen Vorbereitung zum Hochverrat und „Ehrverlust“, 2,5 Jahre Zuchthaus vom 11.3.1935-30.9.1937
LG-Darmstadt, Marienschloss Rockenberg, Bad-Nauheim, KZ- Börgermoor im Emsland, Freiendiez/Lahn
1938 Rückkehr nach Rüsselsheim,
1942 nach bestandener Prüfung Entzug des Führerscheins( wegen Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte).
Einzug zum Strafbataillon 999, 04.02.1943-13.12.1944,
Ausbildung auf dem Heuberg (Württemberg) Einsatz mit den 999er in Griechenland auf der Insel Kos, als Bewährungssoldat.
Schlechte Behandlung, geringe Verpflegung, Urlaubssperre und schwerer Dienst bei großer Hitze, litt schon nach 4 Monaten an Durchfall und Erbrechen und Malaria, (wöchentlich 2-4 Todesurteile in der Kompanie wegen einfacher disziplinarischer Vergehen)
Nach Rückmarsch aus dem Balkan, schwer gesundheitlich angeschlagen
über Wien kommend im Haupt-Lazarett in Regensburg am 13.12.1944 verstorben.
(Diagnose Magenkrebs Malaria und Kaschexie)
(Tiemann,Heinrich: Schilderung der Zustände in den Emsland-KZ’s als Zeuge im Verfahren Steube, 29.5.1951, Studienkreis DW, Entschädigungsakte Steube)
„Vor der Verhaftung war Herr Steube gesund und kräftig und hatte nie über irgendwelche Krankheiten geklagt. Nachher, als wir uns auf der Arbeitsstelle wieder trafen, erzählte mir Herr Steube, dass er im Moor in Holzschuhen im Wasser stehen musste, dass sie oft geschlagen wurden und dass sie von der SS Bewachung auch nachts herausgetrieben und im Hof aufgestellt wurden, während sie nur ganz leicht bekleidet waren. Die SS haben teilweise sogar über den Betten durch das Dach geschossen, um alle Leute aus den Betten zu jagen.“Aussage Götz: Ausbildung auf dem Heuberg (Württemberg als MG-Schütze“. In Griechenland „Bewährungssoldat. Schlechte Behandlung, geringe Verpflegung, Urlaubssperre und schwerer Dienst.“ Litt unter schwerem Dienst 60 Grad Hitze, litt schon nach 4 Monten an Durchfall und Erbrechen und Malaria, wöchentlich 2-4 Todesurteile.
Gerichtsverhandlung /
Aussagen über Zustände in Heuberg und im Strafbataillon 999 in Akte Weilmünster
Info s. "Heuberg"
Quellen:
Entschädigungsakte: HSAWie 518/3779 Steube, Albert
Klage: Ehefrau Josefa Steube
Aussage. Tiemann, Heinrich in (HstaWi 518/3895)
Aussage: Götz,Georg in (HstaWi 518/2979/27)
Urteil: in Form/Schiller: Politische NS-Justiz in Hessen, Microfiche 027 D OJs 009b/35
Entschädigungsakte: Heinrich Weilmünster 934: Studienkreis DW Frankfurt Akte Az.: I. WIkE 489
Originalbriefe an die Familie,
Originalunterlagen: Stadtarchiv Rüsselsheim
Busch: Arbeiterwiderstand im Kreis Groß-Gerau, GG 1988
verstorben am 13.12.1944 im Lazarett in Regensburg

21.03.2011 WB /HZ./R:S

 
     
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