Amalie Frost Maas

geboren: 17.05.1878
gestorben: 25.07.1941
letzte Adresse: Haßlocher Straße 24
Exil

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Amalie Frost, geborene Maas wurde am 17.05.1878 in Heinsheim geboren. Sie heiratete Max Frost und lebte in Rüsselsheim in der Haßlocher Straße 24. Aus einer früheren Beziehung brachte Amalie ihren Sohn Bruno mit in die Ehe, der von Max adoptiert wurde. Das Ehepaar betrieb ein Lebensmittel- und Futtermittelgeschäft. In diesem Geschäft lebte und arbeitete auch Amalies Schwester Sophie
1935 verkauften Amalie und Max ihr Haus in der Haßlocher Straße an das Ehepaar Willi und Lina Dörrschuck. Der Kaufbetrag sollte in Raten monatlich an Amalie ausgezahlt werden. Amalie wurde bis zur Tilgung des Betrags ein unentgeldliches Wohnrecht in dem Haus zugesprochen. Max, der sich in dieser Zeit von amalie trennte lebte nicht mehr mit ihr zusammen. Am 31.07.1939 wurde dieser Vertrag geändert. Der Besitzer Willi Dörrschuck legte in dem Geschäft, das er nun betrieb eine Unterschriftenliste aus, auf der über vierzig Menschen unterschrieben. Sie protestierten damit dagegen, dass in diesem Haus eine Jüdin wohnte. Die Liste wurde den Rüsselsheimer Behörden übergeben. Auf diese Aktion hin wurde Druck auf Amalie Frost ausgeübt. Das unbegrenzte Wohnrecht wurde aufgehoben. Die Dörrschucks stellten die Ratenzahlung ein und zahlten einen einmaligen Betrag von 8.500 RM an Amalie. Daraufhin wurde Amalie Frost aufgefordert, ihre Wohnung bis zum September 1939 zu räumen.
Amalie musste nach Mainz in ein „Judenhaus“ ziehen. In Judenhäusern wurden Juden, meist unter schlechten Lebensbedingungen, zwangseinquartiert, um die Deportationen vorzubereiten.
Amalie floh mit ihrer Schwester Sophie 1940 aus Deutschland nach Bolivien. Nach ihrer Ankunft in Bolivien erkrankte sie nach wenigen Wochen an einer Fieberkrankheit. Sie erholte sich nicht mehr und starb ein knappes Jahr nach ihrer Ankunft. Amalie Frost starb am 25.07.1941 in Tarija, Bolivien.

 
     
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